Vistra Insights

Technologie und Immobilien: schneller, schneller, mehr

Wir leben in einer Zeit, in der Erkenntnisse wichtiger sind denn je. Angefangen bei der Analyse unserer Einkaufsgewohnheiten durch Unternehmen bis hin zu so genannten Big Data, die Trends und Muster im menschlichen Verhalten aufdecken können, hilft eine wachsende Datenmenge, alle möglichen Geschäftsentscheidungen zu treffen - auch im Immobiliensektor. 

Die Datenverfügbarkeit steht bei vielen Immobilien-Asset-Managern, Limited Partners (LPs), Property Managern und CFOs ganz oben auf der Liste. Die Fähigkeit, schnell auf eine ganze Reihe von Daten zuzugreifen, ist von entscheidender Bedeutung, nicht nur im Interesse der Berichterstattung an Investoren, sondern auch, um strategische Entscheidungen über eine Immobilie, ein Portfolio oder eine Distribution treffen zu können. Ebenso ist die Notwendigkeit einer genauen und flexiblen Berichterstattung in einem stark regulierten Umfeld unerlässlich. 

Der Bedarf an bestimmten Datentypen ist heute nicht mehr wesentlich anders als in der Vergangenheit - von der Portfolioanalyse über Portfoliokonstruktions- und Transaktionsdaten bis hin zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften - es sind die spezifischen Datenelemente und die Geschwindigkeit, mit der die Datenlieferung erwartet wird, die sich drastisch verändert haben. 

Was Vermögensverwalter verlangen, ist ein schneller Zugang zu aufschlussreichen Informationen und eine sichere Online-Navigation - was man nicht will, sind Daten-Dumps und einfache Dateiübertragungen.    

Die Realität ist, dass ein schnellerer Zugriff auf Daten die Entscheidungsfindung durchaus erleichtern kann. Erster bei einem Deal zu sein, ist keine schlechte Sache. Und die Fähigkeit, Daten über eine Immobilie bereitstellen, spezifische Informationen präparieren zu können, damit Sie aufschlussreiche und aktuelle Informationen zu einem Immobiliengeschäft mitnehmen können, ist von entscheidender Bedeutung. 

Anforderungen an die Investorendaten 

Dieser Bedarf an schnellem Datenzugriff wird zu einem großen Teil von den Investoren selbst verursacht. Institutionelle Investoren wollen Daten, und zwar jetzt gleich. In der Regel erwarten diese ein Angebot in Bezug auf die Investition und Informationen über die Renditen, die manchmal täglich elektronisch zur Verfügung gestellt werden. Umgekehrt gibt es sehr wohlhabende Personen, die ggf. vierteljährliche Datendokumente nach Hause schicken möchten. Diese unterschiedlichen Anforderungen an den Empfang und die Nutzung von Daten zeigen, dass Flexibilität bei der Datenkonstruktion und -bereitstellung erforderlich ist.

Ebenso müssen Vermögensverwalter in der Lage sein, anspruchsvollen Anlegern bei Bedarf schnell Daten zur Verfügung zu stellen - insbesondere der zunehmenden Zahl von Single Managed Accounts und Co-Investoren, deren Timing bei den Berichtsanforderungen ggf. anspruchsvoller ist. Es geht wiederum um Flexibilität bei der Lieferung, je nach Bedarf.  

Es ist nicht verwunderlich, dass die Entwicklung von Fintech, Apps und Online-Portalen und Dashboards zu einem erhöhten Drang der Investoren nach Daten geführt hat, die ihnen zur Verfügung stehen, was zu einer Verschiebung der Art und Weise führt, wie die Daten geliefert werden.

In Anbetracht der Art und Weise, wie wir bei Vistra mit Daten umgehen, sind die Informationen im Moment nicht ganz in Echtzeit, aber wir kommen diesem Ziel näher. Die von uns angebotenen sicheren Online-Daten liegen in der Regel im PDF- oder Microsoft Excel-Arbeitsbuchformat vor, aus dem Investoren die benötigten Informationen umgehend entnehmen können. Im Laufe des Jahres 2020 wollen wir interaktive Dashboards zur Verfügung stellen, in denen Manager und Investoren alle Portfolioaktivitäten weiter aufschlüsseln können, einschließlich Bewertungsaktualisierungen, Sektor-/Regionalübersichten und einer Aufschlüsselung der Immobilien-Assettypen (Büro, Hotel, Einzelhandel, Industrie und Wohnen).    

Es besteht kein Zweifel daran, dass sich die Geschwindigkeit und Genauigkeit der Datenberichterstattung noch weiterentwickeln werden. Wenn man nur zwei Jahre zurückblickt, war das Niveau der Daten, auf das Investoren und Manager jetzt frei zugreifen können, einfach nicht verfügbar. 

Technische Kosten und die Ankunft von KI 

Wenn die Technologie der große Moderator ist, kommt sie nicht ohne Kosten. Um im Bereich der Fondsverwaltung erfolgreich zu sein, wurde geschätzt, dass die meisten Unternehmen mehr als 20 % ihrer Investitionen in Technologie und Prozessautomatisierung investieren müssen. 

Diese Investitionen könnten jedoch durch eine Senkung der Personalkosten ausgeglichen werden, insbesondere wenn die Daten sofort in einem nutzbaren Format zur Verfügung gestellt werden, das keine nachträgliche Interpretation oder Manipulation durch die Empfänger erfordert. 

Was die künstliche Intelligenz (KI) betrifft, so ist sich die Branche der potenziellen Kosten- und Zeiteinsparungen bewusst. Betrachten wir zum Beispiel die möglichen Vorteile der optischen Zeichenerkennung (OCR), die typisierten, handschriftlichen oder gedruckten Text elektronisch in eine Form umwandelt, die ein Computer verarbeiten, bearbeiten, online anzeigen und kompakt speichern kann. Dabei handelt es sich um einen Bereich, in dem in den letzten Jahren echte Fortschritte erzielt wurden. 

Die Realität ist jedoch, dass die Verwendung von KI im Lebenszyklus von Immobilieninvestitionen im Allgemeinen noch in den Kinderschuhen steckt und erhebliche Investitionen erfordert, bevor eine ganzheitliche Branche und breitere Vorteile erkannt werden können. 

Unter Abwägung der Tatsache, dass die Technologie zweifellos eine immer größere Rolle im Immobiliensektor spielen wird, mit der Realität, dass die Budgets nicht unendlich sind, müssen diejenigen mit der finanziellen Verantwortung überlegen, wo sie ihre Tech-Dollar am besten ausgeben können - was sich u. a. auch auf die Größe und Art des betreffenden Unternehmens auswirken kann. 

Auf der Portfolio-Seite gibt es zweifellos einen großen Anreiz auf breiter Front, in Technologie zu investieren. Aus Sicht der Fondsverwaltung besteht zwar ein Druck, aber weniger für Boutique-Assetmanager, bei denen das Volumen und die Breite der Anlagen nicht so hoch sind. 

Unsere Immobilienbefragung „Real Estate Fund Operations: Haben sie einen Wendepunkt erreicht“, die im November 2018 veröffentlicht wurde, erklärte wie folgt: Die Komplexität und die Datenanforderungen der regulatorischen Compliance forcieren das Tempo, in dem neue und leistungsfähigere Technologien in der RE-Fondsbranche entwickelt werden“. Es zeigte sich auch, dass 46 % der Befragten erwarteten, dass ihre Technologieausgaben in den nächsten fünf Jahren steigen werden.

Für viele Unternehmen stellt die Fondsverwaltung eine große Herausforderung dar, weshalb Outsourcing in Betracht gezogen wird. Tatsächlich nimmt der Trend zum Outsourcing der Verwaltung zu, was zum Teil auf den Gebührendruck auf die Vermögensverwalter zurückzuführen ist. In den nächsten zwei Jahren wird der globale Trend zum Outsourcing an Tempo zulegen, da Vorbehalte gegen den Verlust der Kontrolle durch den Bedarf an Technologielösungen und Kosteneinsparungen ausgeglichen werden.  

Regulatorischer Druck 

Es ist nicht zu übersehen, dass die sich ständig ändernde Regulierung Auswirkungen auf die Immobilienbranche hatte und haben wird. In der Tat gaben in unserer Immobilienumfrage fast drei Viertel der Befragten (74 Prozent) an, dass regulatorische Veränderungen die größten Auswirkungen auf ihr Geschäft hatten. 

Bei diesem verstärkten Fokus auf Regulierung geht es sowohl um die Durchsetzung als auch um Veränderungen. 

Regulatorische Anforderungen, wie z. B. die Konzepte Know Your Customer (KYC) und Anti-Geldwäsche, haben nach der Finanzkrise zugenommen. Der Unterschied besteht jetzt darin, dass Unternehmen nachweisen müssen, dass sie die Vorschriften einhalten, anstatt es lediglich zu behaupten, was wiederum Auswirkungen auf den Bedarf einer effizienteren Berichterstattung hat.

Letztendlich wollen Vermögensverwalter und CFOs, dass die Verwaltung reibungslos funktioniert. Sie möchten alle Investitionen und juristischen Personen in ihrem Immobilieninvestmentportfolio und die damit verbundenen gesetzlichen Anforderungen schnell einsehen können. Wie können sie auf Regulierungsbehörden und Auditoren in den jeweiligen Instanzen schnell reagieren? Und kann der Fondsverwalter diese Daten in einem sicher nutzbaren Online-Format innerhalb der richtigen Art von Bericht bereitstellen?

Auf diesen Bereich haben wir bei Vistra in den letzten Jahren großen Wert gelegt - und wir investieren weiterhin in Fähigkeiten rund um diese Anforderungen, insbesondere mit zwei Produkten - der Online-Portal-Funktion MyFunds und einem System namens Overseas Connect. 

Overseas Connect bietet eine globale Übersicht - z. B. wenn ein Fonds in 15 Ländern investiert ist, zeigt die interaktive Anwendung in tabellarischer Form an, welche Einheiten in jedem Land gehalten werden. Es kann auch zeigen, was in jeder Region getan wurde und was getan werden muss, und zwar im Online-Dashboard-Format, wobei alle zugehörigen Dokumente zwischen den wichtigsten Parteien ausgetauscht werden. Dies kann auch für die weltweite Einhaltung von Vorschriften genutzt werden, und wenn ein Unternehmen in mehreren Ländern tätig ist, könnte es Daten, wie z. B. die Gehaltsabrechnung in all diesen Märkten, auf eine standardisiertere Art und Weise betrachten.

Ebenso macht MyFunds den Datenaustausch sicherer und effizienter. Es geht um die Zentralisierung von Dokumenten durch einen Gesamtprozess - beispielsweise von KYC über die Liquidation und den Verkauf eines Vermögenswertes in einer sicheren Umgebung bis hin zum Austausch von E-Mails und Post. 

Der Weg in die Zukunft  

Es ist klar, dass es erhebliche Veränderungen in den Daten- und Berichterstattungsbereichen gegeben hat, mit denen die Technologie untrennbar verbunden ist, es ist jedoch immer noch ein weiter Weg.

Es wird weiterhin Preisdruck geben, und technologische Lösungen und KI als Reaktion darauf werden sich in entsprechenden pragmatischen Anwendungen weiter verbessern. Der wesentliche Punkt ist, dass es nicht darum geht, mehr Daten zu erhalten, sondern darum, so effizient wie möglich auf qualitativ hochwertige und aussagekräftige Daten zuzugreifen, was eine ständige Herausforderung für die gesamte Branche darstellt.

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